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Buch-Besprechungen
Kirche und Medien im Konflikt (Benno Bühlmann)
Höchst bedenkenswert
«Mit seinem Buch analysiert der Luzerner Theologe und Journalist Benno Bühlmann einleuchtend die Gründe, die zu prekären Kommunikationsstörungen zwischen der katholischen Kirche und der Öffentlichkeit führen. (...) Auf dem Weg zu einer angstfreien Öffentlichkeitsarbeit der Kirche arbeitet der Autor den Zusammenhang von Kirchen- und Kommunikationsbild heraus. Gerade für kirchliche Entscheidungsträger sind die Schlussfolgerungen höchst bedenkenswert.»
Wolf Südbeck-Baur, in: Aargauer Zeitung und Basler Zeitung,
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Kirche ist Kommunikation
«Die Kirche, jedenfalls ihre hierarchischen Leiter, pendelten immer noch hin und her zwischen ihrem privilegierten Sprechort, der Kanzel, und dem partnerschaftlichen Runden Tisch, an dem es kein «oben und unten» mehr gebe. Dies die Situationsanalyse von Prof. Dietrich Wiederkehr in der Einleitung zum eben erschienenen Buch von Benno Bühlmann: «Kirche und Medien im Konflikt».
In der hierarchisch-vertikalen Richtung könne es keinen offenen Dialog geben, so Wiederkehr weiter, weil eine solche Kirche «immer schon recht hat». Der Positionswechsel sei jedoch im Gang, es gebe sowohl «Fortschritte und Rückfälle». Für beides liefere die von Bühlmann vorgenommene exemplarische Untersuchung des Drewermann-Konflikts Beispiele, urteilt Wiederkehr.
Benno Bühlmann, der Innerschweizer Theologe und Journalist, lässt es jedoch nicht bei der Fall-Analyse bewenden, sondern fragt grundsätzlich, wo die tieferen Ursachen für das schwierige Verhältnis zwischen Kirche und Öffentlichkeit liegen. Immer wieder fällt ihm auf, «dass gerade kirchliche Verantwortungsträger mit den Eigengesetzlichkeiten der Medien in der Regel wenig vertraut sind». Hier liege das Hauptanliegen der Publikation, so Bühlmann. Er möchte diejenigen zu einer Auseinandersetzung anregen, die an einer «zeitgemässen und verständigungsorientierten Kommunikation interessiert» sind.
Bei Bühlmanns Publikation handelt es sich um eine wissenschaftliche Arbeit; sie fordert den Leserinnen und Lesern einiges ab. Wer jedoch an «kommunikativer Diakonie» – lies: Dienst der Kirche für wahre Öffentlichkeit – interessiert ist, gewinnt Durchsicht.
Renate Scheller, in: angelus, 51/1997
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Hintergründe kirchlicher Kommunikationsstörungen
Wo liegen die Ursachen für das schwierige Verhältnis zwischen Kirche und Öffentlichkeit? Urs Jecker befragt in der Sendung «Kontext» den Luzerner Theologen und Journalisten Benno Bühlmann, Autor des kürzlich erschienenen Buches «Kirche und Medien im Konflikt», über die Hintergründe kirchlicher Kommunikationsstörungen.

Fall Küng, Fall Drewermann, Fall Haas: Wann immer es in der Kirche zu einem Konflikt kommt, spielen die Medien eine bestimmte Rolle. Immer häufiger werden inhaltliche Differenzen nämlich nicht mehr kirchenintern ausdiskutiert, sondern in die Medien getragen. Dabei finden aber meist keine echten Diskussionen statt. Vielmehr bieten sich die Medien als Plattform eines oberflächlichen Schlagabtausches zwischen den Kontrahenten an. Das Verhältnis zwischen der Kirchenleitung und den Medien ist demzufolge nicht selten gespannt. Der katholische Theologe und Journalist Benno Bühlmann hat diese Tatsache näher untersucht. Er ist zum Schluss gekommen, dass dabei die mangelnde Kommunikationskultur der Kirche eine wesentliche Rolle spielt.
Zum Thema «Kirche und Medien im Konflikt», in: Schweizer Radio DRS 2: Sendung «Kontext», 12.2.1998, 9 Uhr
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«hü» und «hott» kirchlicher Kommunikation
Warum kommt es – insbesondere in der katholischen Kirche – zu keiner befriedigenden Streit- und Kommunikationskultur? Weil sich in der Kirche widersprechende Auffassungen über Kirche und Kommunikation diametral gegenüberstehen. Am Fall der Massregelung des Theologen Eugen Drewermann hat Benno Bühlmann in seiner Studie «Kirche und Medien im Konflikt» dazu «hü» und «hott» ausgemacht und beschrieben: dem «horizontal-dialogischen» Kommunikationsverständnis des letzten Konzils steht das altrömiscche «vertikal-hierarchische» gegenüber. Ein öffentlicher Dialog wird unter Berufung auf die höhere Verantwortung gegenüber den Glaubenswahrheiten verweigert. (Auch) im Falle Drewermann / Ortsbischof Degenhardt handelten beide nach ihren verschiedenen Kirchen- und Kommunikationsverständnissen. Medien und Öffentlichkeit wurden von jeder Seite entsprechend einbezogen. Das Aneinandervorbeireden war vorprogrammiert.
Nun liegt der Fall Drewermann schon einige Zeit zurück, doch das «horizontal-hierarchische» Denken gewinnt amtskirchlich weiter an Boden. Dies ist gleichzeitig – wie Bühlmann aufzeigt – ein Rückfall auf ein überholtes Bild vom Rezipienten und Teilnehmer an Prozessen der Massenkommunikation. Die Kommunikationswissenschaft sieht ihn nicht mehr als schlechthin passives Objekt, das hilflos der message der Medien ausgesetzt ist und unmittelbar manipuliert wird – es ist ihm vielmehr eine eigene Kommunikationskompetenz zuzuschreiben. Diese Analyse macht plausibel, dass kirchliche Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, die diese Kompetenz negiert, nicht nur den Spielregeln der seriösen (weltlichen) Massenmedien zuwiderläuft, sondern gleichzeitig das Selbstverständnis der Adressaten verfehlt.
Karl Volker Schmitt, in: IAK-Kurier, 3/1998
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Für eine kirchliche Kommunikationskultur
Ein Buchhinweis und ein Plädoyer von Rolf Weibel

Die Botschaft des Evangeliums in die von modernen Kommunikationsformen geschaffene «neue Kultur» zu integrieren, sei für die Kirche eine Herausforderung, heisst es in der nachstehend dokumentierten Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. Diese Herausforderung besteht unter den gegebenen Verhältnissen im wesentlichen in der Entwicklung und Pflege einer angemessenen Kommunikationskultur - angemessen sowohl der von der Kirche auszurichtenden Botschaft des Evangeliums als auch der offenen Gesellschaft, in der diese Botschaft auszurichten ist. Was das theoretisch bedeuten könnte, ist auch in kirchlichen Dokumenten nachzulesen; was es praktisch bedeuten könnte, dieser Frage ist der bei der Luzerner Tageszeitung als Redaktor tätige Theologe Benno Bühlmann in einer akademischen Arbeit zur öffentlichen Auseinandersetzung zwischen dem Theologen Eugen Drewermann und seinem Bischof Johannes Joachim Degenhardt nachgegangen.<1> Leitfrage ist dabei, in welcher Weise die Konfliktparteien an die Öffentlichkeit gelangen und in welcher Weise die Medien von ihnen als Kommunikationsstrategie eingesetzt werden. So beschreibt und strukturiert Benno Bühlmann zunächst sein Anschauungsbeispiel. Weil er sein Beispiel kommunikationstheoretisch analysieren will, stellt er sodann knapp zusammen, was die Sozialwissenschaften zu «Kommunikation» und «Kommunikation im Konflikt» heute zu sagen wissen.<2> Schon hier stellt er fest: Im Konfliktfall sind die Massenmedien nicht vermittelnde Kommunikationsmittel, sondern übermittelnde Transmissionsmittel. Die anschliessende von der Methodik einer theoriegeleiteten qualitativen Inhaltsanalyse ausgehende Untersuchung der Presseerklärungen und Interviews der Kontrahenten im entscheidenden Zeitraum ergibt: Von beiden wurden die Medien als Transmissionsmittelfür ein bestimmtes Publikum instrumentalisiert; nicht die Auseinandersetzung mit dem Gegner wurde angestrebt, sondern die Gunst des Publikums; nicht ein sachlicher, sondern ein publizistischer Konflikt wurde ausgetragen.
Gegen diese sich selbst zu behaupten suchende Öffentlichkeitsarbeit plädiert Benno Bühlmann anschliessend für eine «verständigungsorientierte Öffentlichkeitsarbeit» im Konfliktfall, das heisst: für einen rationalen Diskurs, der auf die «kooperative Wahrheitssuche» setzt, die allein auf dem «zwanglosen Zwang des besseren, weil einleuchtenderen Arguments» beruht. Eine solche Kooperation ist in der Auseinandersetzung zwischen dem Theologen Drewermann und seinem Bischof Degenhardt nur anfänglich und anfanghaft zu beobachten; durchsetzen wird sich bei Johannes Joachim Degenhardt eine «autoritative Argumentationsweise» und bei Eugen Drewermann deren scharfe Kritik. Hinter dem Autoritäts- bzw. Gehorsamskonflikt zwischen den beiden sieht Benno Bühlmann als eigentlichen Konflikt inkompatible Sprachebenen sowie ein grundverschiedenes Verständnis von Wahrheitsfindung.
Abgesehen von diesen Kommunikationsstörungen wurde im Verlauf des Konfliktes zudem praktisch nie zwischen dem Lehramt des Theologen und dem Lehramt des Bischofs, zwischen dem professoralen und dem pastoralen, zwischen dem akademischen und dem weisheitlichen Lehramt unterschieden - und auch Benno Bühlmann lässt diesen Fragenkreis beiseite, obwohl er ihn als das eigentliche binnenkirchliche Konfliktfeld bezeichnet. Insofern ist auch der Buchtitel irreführend, weil es zunächst um binnenkirchliche Konflikte in den Medien geht. Weshalb sich die Medien zum einen dafür instrumentalisieren lassen, weshalb sie zum andern den Mangel an Kommunikationskultur in der Kirche ihrerseits instrumentalisieren - auch kommerziell nutzen - ist eine Frage für sich. Benno Bühlmann interessiert mehr der Zusammenhang zwischen dem Kommunikations- und Kirchenbild, dem er denn auch im letzten Teil seiner Arbeit nachgeht. Nach einem summarischen Rückblick auf die päpstliche Lehrtradition zu Fragen der Medienkommunikation macht er auf die hohe Übereinstimmung von Kommunikations- und Kirchenbild in der Pastoralinstruktion «Communio et Progressio» aufmerksam: die von ihr aufgenommene funktionale Publizistik und Communio-Ekklesiologie kommen unter anderem in der Hochschätzung von Dialog und Partizipation auf dem Weg zu Verständigung und Gemeinschaft überein.
In der jüngsten Lehrentwicklung, die vermutlich nicht zuletzt eine Vermeidung publizistischer Konflikte erreichen will, ist indes ein Rückschritt zu beklagen. Die Instruktionen der Kongregation für die Glaubenslehre über die kirchliche Berufung des Theologen und über einige Aspekte des Gebrauchs der sozialen Kommunikationsmittel bei der Förderung der Glaubenslehre wollen nämlich auch den sachlichen Konflikt der Öffentlichkeit entziehen. So ärgerlich es auch ist, wenn die kirchenamtliche Autorität und die professorale Autorität in den Medien um die Gunst der Öffentlichkeit werben, so wenig lässt sich dieses Ärgernis einseitig vermeiden. Wenn der öffentliche Austrag von sachlichen Konflikten, wenn die öffentliche Wahrheits- bzw. Konsensfindung durch ein Öffentlichkeits- bzw. Medienmonopol des bischöflichen bzw. päpstlichen Lehramtes abgelöst werden soll, ist das eine Instrumentalisierung der Medien wie der publizistische Konflikt. Gegen eine solche Verordnung erklärt das gleiche Lehramt: Die Kirche bedarf der öffentlichen Meinung, die aus dem Gespräch ihrer Glieder erwächst!<3> Weil nicht alle Glieder die gleichen Ämter haben, sind dabei Interessen- wie Wertkonflikte nicht zu vermeiden. Es kommt nur darauf an, dass der sachliche Konflikt im kommunikativ-gemeinschaftsstiftenden Gespräch ausgetragen wird.<4> Das wäre praktizierte kirchliche Kommunikationskultur.

Anmerkungen

1 Benno Bühlmann, Kirche und Medien im Konflikt. Der «Fall Drewermann» als Beispiel mangelnder Kommunikationskultur in der Kirche. Mit einem Vorwort von Prof. Dietrich Wiederkehr, db-Verlag, Luzern 1997, 150 Seiten.

2 Das Zweitgutachten erstellte denn auch der Leiter des Instituts für Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Freiburg.

3 Pastoralinstruktion «Communio et Progressio», Nr. 115.

4 So sehe ich in der Mahnung der Pastoralinstruktion «Aetatis novae», Nr. 10, sich an Information und Meinungsäusserung aufrichtig und respektvoll zu beteiligen, anders als Benno Bühlmann kein «Herunterschrauben» des Rechts auf Dialog und Information. Mangel an Respekt - und nicht nur seitens der Kirchenleitung - ist meines Erachtens einer der Gründe für das schlechte Gesprächsklima in der Kirche bzw. die fehlende Streitkultur.
Mit der vorbildlichen Verbindung von journalistischer Unabhängigkeit und menschlichem Respekt - die Begründung lautet: «in kritischer Solidarität, doch ohne falsche Polemik» - hat die Redaktion Religion von Radio DRS den Katholischen Medienpreis 1998 wirklich verdient.

Rolf Weibel, in: Schweizerische Kirchenzeitung, 14.5.1998
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