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Buch-Besprechungen
B-8326: Ein Überlebender des Holocaust (Nathalie Gelbart)
Die grosse Kraft der kleinen Biografie
Bücher über den Holocaust gibt es – obwohl immer noch zu wenige – unzählige. Bücher über den Holocaust, die aus der Perspektive Direktbetroffener verfasst sind, zahlreiche. Bücher aber, in denen sich eine – zumal 19-jährige – Enkelin eines Überlebenden dem Grauen annähert, wohl nicht viele.
Nathalie Gelbart befasst sich mit dem kaum Fassbaren: der Lebensgeschichte ihres Grossvaters Ruben Gelbart. Als Nummer B-8326 hat der Jude das Dasein in Ghettos und das Vegetieren in Konzentrationslagern der Nazis überlebt. Ein Leben, das über Jahre zum Synonym für Leiden wird und sich in kaum überbietbarer Weise im Erinnern des heute 82-Jährigen bezeugt: «Uns war klar: Auch wir kommen dran, alle kommen dran, alle werden sterben müssen, die Frage war nur, wann ...» – Ein Leben, das Leib und Seele zu verwüsten, aber den Menschen Ruben Gelbart – einer der letzten Holocaust-Überlebenden der Zentralschweiz – nicht zu brechen vermochte.
Das Buch Nathalie Gelbarts kommt nahe, weil es nicht 6 000 000 Jüdinnen und Juden in den Blick nimmt, sondern den einen. Und weil es nicht das ganze Leid einzufangen versucht, sondern das eine. So ist ein sehr intimes Dokument entstanden, das gerade durch seine Details zu einem sprechenden und schreienden wird: durch die erfrorene Zehe, durch die rohe Kartoffel, durch das tote Kopfkissen und die überfordernde Freiheit. –
Es macht die grosse und stille Kraft der kleinen Biografie aus, dass sie keine «predigende», sondern eine persönliche ist, und nicht aus sicherer Warte ÜBER den Schrecken spricht, sondern gleichsam MIT ihm. Und es macht den grossen Wert der Publikation aus, dass sie nicht allein eine erarbeitete, sondern eine durchlittene ist.
Die Autorin setzt sich mit der Vergangenheit ihres Grossvaters in zahlreichen Gesprächen mit ihm auseinander, die für beide mitunter sehr schmerzlich sind, dem Buch aber grosse Ehrlichkeit und Unmittelbarkeit verleihen. Eine Unmittelbarkeit, die nach der Lektüre nicht alles über den Zweiten Weltkrieg WISSEN, wohl aber etwas von ihm schauen, hören, spüren, riechen und empfinden lässt. Genau darum vermag Nathalie Gebarts Werk etwas zu vermitteln. Und: Die Kraft wohnt ihm inne, mich als Lesende nicht einfach betroffen zu machen, sondern zu beteiligen und gar in Tränen ausbrechen zu lassen. Etwa bei der – mich erschütternden – Aussage Ruben Gelbarts: «Ich bin ein Mensch mit sehr viel Glück!»
Nicht allein der einen Vergangenheit, sondern unser aller Gegenwart wegen mögen dem Buch viele Lesende beschieden sein.
Jacqueline Keune, in: Redaktorin der Zeitschrift «TauZeit», Juli 2008
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B-8326 überlebte KZ Auschwitz
Ruben Gelbart führt in Luzern ein Orthopädiegeschäft. Er hat den Holocaust überlebt. Seine Enkelin hat ihn befragt und darüber ein Buch veröffentlicht.

Ruben Gelbart und Nathalie Gelbart, der Grossvater und seine Enkelin: Altersmässig liegen Jahrzehnte zwischen ihnen, inhaltlich sind es Welten. Der Grossvater hat das Grauen der jüdischen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg in seinem ganzen Spektrum miterlebt: Judenghetto. Vertreibung. Arbeitslager. Konzentrationslager Auschwitz. Todesmarsch. KZ Buchenau. Medizinische Experimente. Die Enkelin hat das Leid in ihrer Maturaarbeit festgehalten. Nun ist daraus ein kleines Buch geworden, das berührt und aufrüttelt.
«Ich wusste, dass viele unserer Familienmitglieder im Zweiten Weltkrieg als Juden ermordet worden sind. Ich wollte mehr wissen über das Schicksal meiner Familie. Aber auch darüber, was man dem Volk der Juden damals angetan hat», sagt Nathalie Gelbart. Betroffen gemacht hat die Geschichte auch Stefan Graber, der an der Kantonsschule Luzern Alpenquai Deutsch unterrichtet. Er hat Nathalie Gelbarts Maturaarbeit betreut und das Buch lektoriert: «Mit der Person von Ruben Gelbart, der seit 1964 ein Orthopädiegeschäft in Luzern führt, sind Auschwitz und Buchenau plötzlich ganz nah gerückt.»

Galgen gebaut
Nathalie Gelbart schildert im Buch die zunehmende Schikanierung der jüdischen Bevölkerung ab 1933. Dazwischen kommt ihr Grossvater im Originalton zu Wort. 1940 richten die deutschen Besatzer im polnischen Warta ein Ghetto ein. Als 16-Jähriger muss Ruben Gelbart einen Galgen bauen, an dem zehn Juden öffentlich gehängt wurden. Später werden 1500 Juden abtransportiert und vergast, darunter mehrere Familienangehörige der Gelbarts.
Ruben Gelbart kommt mit seinen Eltern, seinem Onkel und mit 500 andern Juden in das Ghetto Lodz, wo sie unter furchtbaren Bedingungen bis 1944 leben und arbeiten. Nach der Auflösung des Ghettos werden die Gelbarts nach Auschwitz deportiert. Die Mutter von Ruben wird vergast. Ruben, sein Vater und sein Onkel werden als Schweisser nach Gleiwitz gebracht. Ruben Gelbart wird von der Waffen-SS die Nummer B-8326 auf den Unterarm tätowiert. Im Januar 1945 geht es zu Fuss ins KZ Blechhammer. Dort wird der Vater von Ruben erschossen.

Zehen amputiert
Auf dem anschliessenden Todesmarsch bewegen sich 4000 Menschen im Winter 14 Tage lang 350 Kilometer nach Gross-Rosen. Ruben Gelbart erfrieren die Zehen. Er ist einer der wenigen Überlebenden. Er kommt ins KZ Buchenwald, wo man an seinen Zehen medizinische Experimente durchführt und sie amputiert. Am 11. April 1945 wird das Lager von den Amerikanern befreit. Mit dem Roten Kreuz gelangt Ruben Gelbart in die Schweiz. «Ich war kein Mensch mehr, nur noch ein Skelett. Das Hirn war ausgeschaltet. Ich war wie ein Roboter», sagt Ruben Gelbart auf die Frage, wie er all das Schreckliche habe ertragen können. Doch das Erlebte hat sich ihm in die Seele gebrannt. Als er kürzlich das Jüdische Museum in Berlin besuchte, passierte es. Er sah ein Foto, auf dem Deutsche dem Rabbiner seines Heimatdorfes die Locken schnitten. Es war ein schockartiges Flashback. «Ich bekam einen Weinkrampf. Es hat mich furchtbar mitgenommen.»
Je älter er werde, desto stärker kämen ihm die Erinnerungen wieder hoch. «Ich träume manchmal Details, die ich komplett vergessen hatte.» Ruben erzählt nie alles, was er erlebt hat. «Was meine Augen gesehen haben, ist so schrecklich, dass man es sich gar nicht vorstellen kann.» Damit er abends einschlafen könne, wende er seit neustem einen Trick an, lächelt Gelbart.«Ich lese jüdische Witze. Das beruhigt mich.»

Jüdische Identität
Auch Nathalie hat während der intensiven Beschäftigung mit ihrem Grossvater viel geweint und Albträume gehabt. «Ich brauchte mehrere Etappen, bis ich mich endlich ans Schreiben machen konnte. Ich musste einen emotionalen Abstand gewinnen.» Die Auseinandersetzung mit dem Thema habe sie ihrer jüdischen Identität sehr viel näher gebracht, sagt Nathalie. «Vorher habe ich mich nicht speziell jüdisch gefühlt. Das ist jetzt anders. Heute bin ich sogar stolz, jüdisch zu sein. Früher habe ich eher Abstand genommen.»
Nach einem ersten Aufenthalt in Israel wird Nathalie Gelbart nochmals für zwei Monate nach Israel fahren, bevor sie im Herbst das Psychologiestudium beginnt. «Ich fühle mich sehr wohl in Israel. Vielleicht werde ich mal ein Auslandssemester in Tel Aviv machen.» Grossvater Ruben ist stolz auf seine Enkelin. «Was sie gemacht hat, ist etwas ganz Grosses: für mich und meine Familie, aber auch für die Nachwelt. Das Buch ist ein kleiner Ausschnitt aus einer grauenhaften Zeit, in der Millionen von Juden umgekommen sind. Es ist ein Dokument, das uns immer daran erinnern soll.»
Pirmin Bossart, in: NEUE LUZERNER ZEITUNG, 20.6.2008
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Ein aufrüttelndes Buch
Ein aussergewöhnliches, aufrüttelndes Buch: Die 19jährige Autorin beschreibt die Geschichte ihres Grossvaters, der viele Jahre in Konzentrationslagern war und wider alle Erwartung alle Schrecken überlebte. Eingebettet in die Zeitgeschichte wird das Grauen sichtbar, das das «Herrenvolk» der Nazis einem von 6 000 000 Juden antat. Aufgrund zahlreicher Gespräche kann Nathalie Gelbart anschaulich das Schicksal ihres Grossvaters Ruben Gelbart schildern, der im KZ zur Nummer B-8326 wurde. Das B signalisierte, dass der Häftling nach der Zwangsarbeit getötet werden sollte. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges lebt Ruben Gelbart bis heute in der Schweiz, die meiste Zeit in Luzern. Er ist einer der letzten KZ-Überlebenden der Zentralschweiz.
Walter Ludin, Journalist, Dezember 2008
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Jungautorin ausgezeichnet
Die 20-jährige Psychologiestudentin Nathalie Gelbart aus Luzern erhält für ihr Holocaust-Buch den Dr. Bigler/Bergheimer-Preis. Dieser mit 5000 Franken dotierte Preis wird ihr heute am internationalen Holocaust-Gedenktag in Zürich überreicht. Gelbarts Werk ist im Juni 2008 erschienen und trägt den Namen «B-8326. Ein Überlebender des Holocaust. Biografie meines Grossvaters». Darin schreibt sie über die Lebensgeschichte ihres Grosvater Ruben Gelbart, der die Judenverfolgung am eigenen Leib miterlebt hat und im Konzentrationslager Auschwitz/Birkenau war. Heute ist er einer der letzten Holocaust-Überlebenden der Zentralschweiz.
Nathalie Gelbarts Buch ist kurz nach dem Erscheinen auf Platz eins auf der Rangliste der Zentralschweizer Buchhandlungen gelandet. Es sei an Schulen «hervorragend geeignet, um das Verständnis für die Ursachen und die Folgen des Antisemitismus zu wecken», sagt die Beratungsstelle Tamach, die den Preis vergibt.
in: NEUE LUZERNER ZEITUNG, 27.1.2009
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Auszeichnung
Grosse Ehre für die Luzerner Jung-Autorin Nathalie Gelbart: Für ihr kürzlich erschienenes Buch mit dem Titel «B-8326. Ein Überlebender des Holocaust. Biografie meines Grossvaters» konnte sie am Dienstag, 27. Januar 2007, anlässlich des interantionalen Holocaust-Gedenktages in Zürich den mit 5000 Franken dotierten Dr. Bigler/Bergheimer-Preis entgegennehmen. Das Buch hat sich in der Zentralschweiz innert kürzester Zeit zum Bestseller entwickelt, das inzwischen auch an Schulen als neues Lehrmittel eingesetzt wird, um damit das Thema «Holocaust» im Unterricht zu veranschaulichen.
in: Luzerner Rundschau, 29.1.2009
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Nathalie Gelbart erhielt Bigler-Preis
Die junge Luzerner Autorin Nathalie Gelbart wurde für ihr Buch «B-8326. Ein Überlebender des Holocaust. Biografie Meines Grossvaters» anlässlich des interantionalen Holocaust-Gedenktages in Zürich mit dem Dr. Biler/Bergheimer-Preis geehrt.
Die 20-jährige Psychologiestudentin dokumentiert die Lebensgeschichte ihres Grossvaters, eines der letzten Holocaust-Überlebenden der Zentralschweiz: Ruben Gelbart. Er überlebte Ghettoisierung und Vertreibung, verschiedene Konzentrationslager, die Ermordung von Familienmitgliedern, Zwangsarbeit und medizinische Experimente. Das Buch wird seit letztem Sommer zusammen mit dem didaktischen Begleitheft, einer Audio-CD mit Interviews sowie einer CD-ROM mit 19 Arbeitsblättern an vielen Zentralschweizer Schulen als Lehrmittel eingesetzt.
in: Luzerner Pfarreiblatt, 16.2.2009
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db